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thomas.deparade

Sport und Liebe

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Gedanken zum Valentinstag
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Bild: Marco Warmuth

Es ist Donnerstag Abend. Eine ereignisreiche Woche liegt hinter mir und das bevorstehende Wochende hält noch einige Herausforderungen bereit. Da wären zum Beispiel die Vorbereitungen zum Umzug, zu denen meine Freundin ganz klare Vorstellungen hat, und eine Übungsleiterausbildung, die den Erwartungen der TeilnehmerInnen entsprechen soll. Trotzdem bin ich entspannt und freue mich auf 1,5 Stunden aktive Erholung beim Tanzen. Zu Hause hält derweil Marita die Stellung. Lenny's Oma übernimmt jeden Donnerstag das Babysitting, damit ihre Tochter mit mir das Tanzbein schwingen kann.

19:40 Uhr - es wird Zeit. Auf dem 20-minütigen Fußmarsch zur Albrecht-Dürer-Grundschule schenken wir dem jeweils anderen Gehör und verarbeiten den Tag. 20:00 Uhr - Günter erwartet uns bereits, mit einem Lächeln, wie immer. Wir tauschen die Straßentreter gegen unsere Tanzschuhe und betreten den "Saal". Es kann losgehen ... Noch nicht ganz ...

Der Tanzboden ist unser wichtigstes Sportgerät. In regelmäßigen Abständen (so auch heute) kommt ein Kasten hinzu, denn dekoriert mit einer Decke eignet er sich hervorragend als Tresen. Der "Professor" hatte Geburtstag und gibt einen Sekt aus. Im Namen der Trainingsgruppe übernimmt Vroni die Glückwünsche und überreicht ein kleines Geschenk. Danach lassen wir das Geburtstagskind standesgemäß mit einem dreifachen "Quickquick! Slow!" "Quickquick! Slow!" "Quickquick! Slowsloslow!" hochleben. Das Blubberwasser belebt. Ich bin tanzbereit.

Während des Eintanzens macht sich das Trainerpaar ein Bild von den anwesenden SchülernInnen und deren Form/Niveau, um im Anschluss die Schwerpunkte für den Tag festzulegen. "So Ihr Lieben! Wir haben uns heute für den Langsamen Walzer und den Paso Doble entschieden." Beim Paso Doble werden die Rollen wie folgt auf die Tänzer verteilt. Der Mann mimt den Stierkämpfer und spielt mit seinem Tuch - der Frau. Attacke! Trennung! Promenade! Coup de Pique! Ich "spiele" gerne mit meinem Tuch. Machmal bilden Ina und ich aber nicht die gewünschte Einheit. Bevor ich die Kontrolle über mein Tuch völlig verliere schreiten Vroni und Günter ein. Sie gehen methodisch einen Schritt zurück, motivieren uns auf die Art neu und am Ende klappt es. Die Emmerlings verfügen über so viel Erfahrung, dass ihnen der Umgang mit unserer heterogenen Übungsgruppe nie schwer zu fallen scheint.

Vroni und Heinz-Günter Emmerling sind seit Anfang der 1990iger Tanztrainer und haben beim Tanzclub Phönix Halle-Neustadt e.V. die Ämter der Vorsitzenden und des Sportwartes bzw. stellvertretenden Vorsitzenden inne. Von 1971-2011 waren sie aktive Turniertänzer – ab 1984 in der sogenannten Sonderklasse. Wenn man die DTV-Trainer beim Paartanz beobachtet, wird die Qualität ihrer Bewegungen von den Merkmalen Bewegungsfluss, -rhythmus, -kontrolle, -präzision und -konstanz getragen. Sie verschmelzen fast zu einer Person und wenn sich ihre Blicke treffen, geht das tiefer als das Lächeln aller Turniertänzer, die ich je beobachtet habe.

21:30 Uhr hat das Vergnügen ein Ende. Wie immer viel schneller als erwartet. Auf dem Heimweg werten wir das Training aus. Mir fällt auf wie ausgeglichen wir danach immer sind. Heute strahlt Ina ganz besonders. Ich bin froh und verliebt.